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| Status: | in Bearbeitung |
| Bearbeiter: | Klasse E2 |
Der Roman ist nicht ganz einfach zu lesen, da es viele Wörter gibt, die in der Umgangssprache eher nicht gebräuchlich sind. Dies sind Begriffe aus dem kirchlichen Bereich, musikalische Fachbegriffe, altertümliche Wendungen, aber auch Wortschöpfungen des Autors.
Die gesamte Geschichte wird erzählt, als wäre es ein Märchen, dass man von den Großltern erzählt bekommt, da der Erzählen mit Kommentaren, Wertungen und eigenen Emotionen den Leser/ die Leserin direkt anspricht.
Hier folgt der Text von Marie-Luise
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Romane beinhalten viele verschiedene Gefühle. Gefühle, die die Figuren erleben, aber auch Gefühle, die beim Leser hervorgerufen werden. Ein Roman kann z.B. lustig, traurig, aber auch ernst sein. Ich habe den Roman „Schlafes Bruder“ von Robert Schneider gelesen. Lange Zeit dachte ich darüber nach, welche Gefühle bei mir hervorgerufen wurden: Der Roman ist meiner Meinung nach traurig und ernst. Ist der Roman jedoch auch lustig?
Es gibt verschiedene Arten von Humor. Eine davon ist die Ironie. „Schlafes Bruder“ ist ein ironischer Roman über ein Genie, dass niemand erkannt hat! Außerdem ist es ein „böser“ Heimatroman darüber, wie eine bäuerliche Umwelt, die angeblich so schön ist, ein Talent nicht zur Entfaltung kommen lässt. Robert Schneider stellt den Gott auch schwach da. Als jemanden, der ein Talent in die Welt setzt, aber nicht mehr die Kraft hat, das Talent zu offenbaren. Dem verzweifelten Elias erscheint Gott als schwächliches Kind, das zudem einen Verband um den Kopf trägt. Von dieser Erscheinung kann man keine Hilfe erwarten. Sein Leben lang muss Elias eine endlose Kette von Demütigungen erleiden. Das Wort Gottes kommt im Roman nur als eine Art ironische oder zynische Metapher vor.
Im Roman „Schlafes Bruder“ gibt es verschiedene Episoden, die man als lustig bezeichnen könnte. Eine davon ist auf der Seite 63. Sie handelt von dem Köhler Michel, der eines Tages den Drang verspürte ein geistlicher Dichter zu werden und gerät deswegen in Streit mit seiner Frau. Der Köhler Michel ist ein Vertreter der Künstler zur damaligen Zeit. Die Nachbarn gaben ihm Essen. Hier zeigt der Autor auf ironische Weise die Lebensweise von Künstlern. Man spricht auch von der brotlosen Kunst. In dieser Episode des Romans kommen auch noch andere ironische Untertöne zum Vorschein. Der Köhler Michel erzählt seiner Frau von seiner Vision: Eine Amsel habe zu ihm geredet! Daraufhin schlug sie ihm „ins verklärte Antlitz“. „Verklärt“ bedeutet so etwas wie beglückt oder beseligt. Seine Frau schlug ihm also ins „beglückte Antlitz“!
„Die Eschberger Christmette war ein bewegendes Zeugnis bäuerlichen Weihnachtsempfindens.“ Schon dieser Satz ist reinste Ironie, wenn man das Nachfolgende liest: „Nulf Alder kam unzeitig, faustete sich durch die Menge, und davon entstand ein kleiner Tumult. Er ließ sich nicht besänftigen, bis er sich endlich bis zum angestammten Platz vorgekleubt hatte. … Eröffnet wurde die Mette mit einem Hirtenspiel. Die Verse stammten aus der Feder des Köhler Michel.“ (S. 73) Und wieder spricht der Autor davon, dass der Köhler Michel ein schlechter Dichter sei. Und dieser Dichter hatte nun die Verse für das Hirtenspiel geschrieben, für eines der bedeutensten Feste des Christentums! Schneider gab danach zu: „Nichts stimmte Weihnachtlich!“ (S. 74) Aber das „weihnachtliche“ Spektakel ging weiter: „Als darauf der Kurat noch einmal das Gloria anstimmte und gar ein drittes mal- er vergaß hinterher, was vorher gewesen war- zog der Organist alle Register der Orgel.“ (S. 74) Jeder Leser wird sicher dabei stutzing: „Alle Register ziehen!“ Das ist eine Redensart und bedeutet heute, dass man alles zeigen soll, um ein selbst gestecktes Ziel zu erreichen. Früher bedeutete es, das der Organist einen kräftigeren Ton in sein Musikstück einbezieht. Dies ist eine Ironie, die dadurch entsteht, dass Redensarten mit der ursprünglichen Bedeutung gleichgesetzt werden. Während der Messe brach ein Feuer aus und dadurch endstand das stärkste Kontrastmittel gegenüber der ersten Aussage über das Weihnachtsfest: „Während Nulf Alder fluchend und Gott immerzu verhöhnend Bretter aus der Ostseite des Stalles zerrte,um wenigstens ein wenig Vieh retten zu können, riß ihn die Nulfin am Haar und flehte ihn an, doch um Himmelswillen das Mädchen (Elsbeth) aus den Flammen zu bergen.“ Nulf Alder lässt seine Tochter sterben nur um seinen Lebensunterhalt zu sichern. Alle Dorfbewohner „spielen“ ihren Gottesglauben nur vor. Niemand glaubt wirklich an ihn. Die Menschen glauben nur an das, was ihnen gerade passt. Wieder kann man Gottes Wort als ironische Metapher erkennen.
In dem Roman wird gesagt, dass die Menschen zur darmaligen Zeit nicht in der Lage seien ihre tiefsten Gefühle zu zeigen. Außerdem hätten sie es nicht getan, wenn sie es gekonnt hätten. Elias kann seine Liebe zu Elsbeth nicht offenbaren, weil er eben nicht sprechen kann. Dies wird in einer Sprache beschrieben, die sehr musikalisch und vollkommen ist: Die Sprache ist vom Stil und der Art und Weise, wie Schneider die Wörter auswählte und in einem Satz zusammenfügte, vollkommen. In der Sprache ist es wie bei der Musik: Sie verbirgt Aussagen und ist nicht immer leicht durchdringbar. Dies könnte ein Grund sein, warum Schneider die Musik als Mittel auswählte Elias Gefühle, wie auch die Liebe, dazustellen. Dadurch entsteht „eine Art ironisches Verhältnis zwischen dem Beschriebenen und der Sprache die beschreibt. Diese entgegengesetzten Momente ergeben einen leisen ironischen Grundton, der im ganzen Buch vorhanden ist.
“ (Zitat aus einem Interview mit R. Schneider)
Es ist nicht leicht zu entscheiden, ob das Buch seine Sache nun ernst oder heiter nimmt. Dadurch lässt es jedoch unterschiedliche Lesehaltungen zu. Dies macht Robert Schneider zu einem raffinierten Autor.
Eine Möglichkeit der Darstellung ist die Handlung auf einer Zeitleiste. Hier zwei Möglichkeiten. Die Zeitleisten sind nicht vollständig.
Erstellt mit http://www.timerime.com
erstellt mit http://www.timetoast.com