"Erwiesene" Tötungskammern
von: Celia am:16.02.2009Heute Abend wird in Berlin eine Austellung zum Thema Auschwitz eröffnet.
Dort werden Dokumente vom Aufbau des Konzentrationslagers gezeigt und auch weitere Informationen zum Thema präsentiert, das u. a. auch von der “Bild”- Zeitung.
Ein großes Thema für die “Bild”, denn diese erwarb im November letzten Jahres solche originalen Baupläne.
Wie nicht anders anzunehmen stellte die Bild sogleich erschreckende Behauptungen auf und lässt auch keinen Zweifel daran. Schließlich verkaufen sich Aussagen wie Jeder, der mit Planung und Bau des Konzentrationslagers im Entferntesten befasst war, wusste, dass hier Menschen fabrikmäßig vergast werden sollten (Zitat aus der Bild vom 8. 11. 08), immer gut.
Doch woher meint die “Bild” zu wissen, dass diese Aussage wirklich stimmt?
Begründet wurde die Behauptung nicht und auch vor der Veröffentlichung der Pläne, hatte noch kein Experte diese Papiere zu Gesicht bekommen.
Nach der Veröffentlichung aber haben sich mehrere Kulturhistoriker und Auschwitz- Forscher damit befasst. Robert Jan van Pelt, einer dieser Forscher, flog von Kanada nach Berlin um eben diese Pläne zu begutachten.
Van Pelt meint dazu:
Tatsächlich ist es der Plan (…) einer ECHTEN Entlausungsanlage, die für diesen Zweck gebaut und niemals für einen anderen Zweck als zur Entlausung oder Desinfektion vorgesehen war (…).
Außerdem klärt van Pelt auf:
Ausgestaltung und Aufbau des Gebäudes sind eine vereinfachte Version der üblichen Bauweise von Entlausungsgebäuden (…) und gleicht in keiner Weise dem Aufbau der Tötungseinrichtungen, die später in Auschwitz-Birkenau oder andernorts erstellt wurden.
Soviel zum Thema: jeder habe gewusst, dass dort einmal Menschen vergast werden würden.
Auf diesen Plänen, welche von einem damaligen Häftling gezeichnet wurden, sieht man tatsächlich Räume mit der Überschrift “Gaskammer” und die Story, dass dort Menschen vergast wurden verkauft sich natürlich gut, doch solch eine Falschaussage in die Welt zusetzen ist eigentlich nicht vertretbar.
Aber die “Bild” ist nach diesen Aussagen vorsichtiger geworden, so schreibt die “Bild” heute nichts mehr vom überlisten “der letzten Holocaust- Leugner”, sondern bezieht sich allein darauf, dass die Pläne echt sind. Und schließlich wollte die “Bild” auch nur verhindern, dass solche Pläne nicht von Neo- Nazis missbraucht werden. Na klar, und der Fakt, dass sich so eine Story gut verkauft war natürlich nicht zu vorhersehbar gewesen…
Weitere Infos auf: www.bildblog.de
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