„Der Tod kommt krass“
von: F-Kurs am:17.02.2008Mit dieser Überschrift verbinden wahrscheinlich viele den gleichnamigen Film von Stefan und Erkan der 2005 erschien. Doch mein Text hat nichts mit dem Film zu tun.
Ich schreibe nicht über den Film, doch über den Titel. Es ist nichts was die Schule betrifft, aber das Leben. Und im Moment besonders meins.
Wenn man mal nachdenkt, dann kommt der Tod wirklich krass. Er kommt krass schnell. Besonders schnell und damit unerwartet kommt er, wenn einer bei einem Unfall stirbt.
Doch auch wenn z.B. ein alter Mann mit 88 Jahren krank, blind und sehr schwach ist und man eigentlich weiß, dass er jeden Augenblick sterben kann, kommt der Tod schnell und unerwartet. Denn er hat es ja doch bisher immer wieder geschafft!
Vor einer Woche hatte er einen Schwächeanfall und musste ins Krankenhaus.
Doch er hat es geschafft, er konnte wieder nach Hause!
Wenn man in der Zeitung Todesanzeigen liest, dann denkt man manchmal:
„ Man, der ist ja nur 50 Jahre alt geworden“ oder „Sie hat ein schönes Alter erreicht“.
Doch man überliest die Anzeige eigentlich nur. Man denkt meistens nicht an die Familie und die Freunde, die ihren Liebsten gerade verloren haben. Und an das, was sie durchmachen mussten.
Man weiß erst wie das ist, wenn man es selbst erlebt hat.
Wenn man z.B. um kurz nach 00.00 Uhr angerufen wird und gesagt bekommt, dass der alte, schwache Mann soeben gestorben ist.
Ob man ihn noch mal sehen möchte? Ja, klar!
Man weckt das Kind und sagt, dass man noch mal los müsste, denn der Opa ist gerade verstorben.
Man zieht sich schnell an und fährt los. Es dauert normalerweise nur eine halbe Stunde, doch es kommt einem wie eine Ewigkeit vor.
Man kommt an, sieht, dass auch schon andere Familienmitglieder da sind, und geht nach oben. Die Leute von der Kripo kommen einem entgegen. Sie mussten feststellen, dass er nicht durch Fremdverschulden verstorben ist.
Man ist in der Wohnung. Es wird nicht viel gesprochen. Jeder umarmt jeden.
Man sieht noch mal –das letzte mal- den Liebsten, der gestorben ist.
Dort liegt er, als ob er schläft. Nur seine Haut ist blasser als sonst.
Es wird kurz erzählt, wie es passiert ist und was danach unternommen wurde.
Danach haben sich dann alle an den Couchtisch gesetzt und weil die Familie sehr christlich ist, haben sie sich mit Liedern, Gebeten und Psalmen von ihm verabschiedet. Es wurde viel geweint, denn auch wenn jeder weiß, dass es für ihn so am besten ist, ist so ein „Abschied für immer“ sehr traurig.
Bevor die Leute vom Beerdigungsinstitut kamen um ihn abzuholen, verabschiedete sich jeder einzelne noch einmal persönlich von ihm.
Danach wird verabredet, wann man sich am nächsten Tag trifft um alles zu besprechen. Also die Anzeige, die Beerdigung usw.
Die Stimmung ist bedrückend; der Tod legt Ruhe und Stille über alles.
Man ist noch kurz zusammen und fährt dann wieder nach Hause.
Ich glaube, dass man jetzt erst wissen und fühlen kann, wie es ist, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Es ist vorher schwer vorstellbar.
Man hört zwar viel über den Tod, doch wenn es einen selbst betrifft, wird er einem erst richtig bewusst.
Im Alltag ärgert man sich über wirklich winzige Kleinigkeiten oder ist traurig.
Aber erst wenn jemand nicht mehr da ist, merkt man, wie unbedeutend manche Dinge sind. Einem wird klar, was wirklich wichtig ist im Leben. Die kleinen Probleme werden noch kleiner.
Man denkt jetzt anders über das Leben. Man denkt ganz viel nach …
So ging und geht es mir.
Ich musste leider diese Erfahrung machen, als mein Uropa am Freitag verstarb. Ich habe erlebt, wie es ist, wenn ein geliebter Mensch für immer weggeht.
Zum Gedenken an meinen Uropa, der immer in meinem Herzen sein wird.
Pia FürstSeiten-Navigation
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1 Kommentare zu "„Der Tod kommt krass“"
1 April, 20:21
hey pia das ist ein wunderschöner text es ist schön das du so offen über etwas so persöhnliches reden kannst! dazu muss ich sagen: mein herzliches beileid…